Allert, Judith

Knäckebrothelden

Oder wie man seine Familie rettet

Wie Opas letzter Wille zu einem abenteuerlichen, alles veränderndem Roadtrip wird.

Judith Allert; 1. Auflage; Hamburg: Carlsen, 2025; Illustrationen; 207 Seiten; 148 mm x 21 mm x 210 mm; fest gebunden; ab 9 Jahren; 12,00 Euro

ISBN 978-3-551-55844-2

Als Samys Opa an Krebs stirbt, ist plötzlich keiner mehr da, der sagt „Das schaukeln wir schon!“, der für alle da ist, bei dem das Glas immer halb voll statt halb leer ist und der beste Geschichtenerzähler fehlt auch. Alles ist plötzlich anders. Doch dann findet die Familie einen Zettel mit Opas letztem Wunsch: Eine Reise ans Meer, die er seiner Frau immer versprochen hatte. Also beschließt die Familie, Opas Asche kurz vor der Beerdigung zu stehlen und mit ihr ans Meer zu fahren. Ein abenteuerlicher Roadtrip in einem sehr alten und klapprigen Bus beginnt, der die Familie vor große Herausforderungen stellt. Samy ist sich sicher, dass sie nur lernen können, ohne Opa zu überleben, wenn sie diesen Roadtrip schaffen. Deshalb gibt Samy, der vor allem Angst hat und sich selbst absolut nicht heldenhaft findet, alles, damit die Reise trotz aller Hindernisse weitergeht. Auf ihrer Reise begegnen sie verschiedenen Menschen, denen sie von Opa erzählen. Samy merkt, wie gut das tut und wie viel von seinem Opa immer noch da ist. Außerdem passieren immer wieder Dinge, bei denen sich alle sicher sind, dass Opa seine Finger im Spiel haben muss. Ob sie es schaffen, Opas letzten Wunsch zu erfüllen, sei an dieser Stelle nicht verraten. – Diese Geschichte zeigt, wie Menschen verschiedenen Alters mit Trauer und dem Verlust eines geliebten Menschen, der eine große Lücke hinterlässt, ganz unterschiedlich umgehen. Sie zeigt, wie jedes Familienmitglied bei der Reise über sich hinauswächst und die Familie zusammenwächst. Lustig erzählt und gleichzeitig sehr berührend, ein Buch, das Menschen Hoffnung geben kann, die etwas ähnliches erlebt haben und ein bisschen Zuversicht brauchen. Nicht nur zum Selbstlesen, sondern auch zum Vorlesen mitreißend und Trost spendend.   

Ulla Hittmeyer