Familiensonntag 2023

Seit 1976 wird in jedem Jahr der Familiensonntag bundesweit in allen Diözesen Deutschlands begangen. Thema und Termin werden von der Deutschen Bischofskonferenz auf Vorschlag der Kommission für Ehe und Familie festgelegt.

Die Deutschen Bischöfe haben den Familiensonntag unter ein die Jahre übergreifendes Leitmotiv gestellt: „Ehe und Familie – Liebe miteinander leben”. Liebe miteinander zu leben ist Wunsch, Absicht und Versprechen, wenn Paare sich in der Trauung das Ja-Wort geben: „Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens“. Der Wunsch, in liebevoller Zuneigung miteinander durchs Leben zu gehen, entspricht der tiefen menschlichen Sehnsucht, um seiner selbst willen angenommen zu sein. Die Ehe ist äußerer Ausdruck des Willens, dieser Sehnsucht im gemeinsamen Leben Raum zu geben.

Liebe miteinander zu leben ist aber auch Aufgabe und Herausforderung im Auf und Ab des Alltags. Paarbeziehung in der Ehe so zu leben und Familie so zu gestalten, dass jeder sich immer wieder neu angenommen und geliebt fühlen darf, ist ein beachtliches Stück Lebenskunst.

Wo es gelingt, können Menschen wachsen und sich entfalten, weil sie sich rückgebunden und gehalten wissen.

Im Jahr 2015 hat der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz beschlossen, den Familiensonntag auf das Fest der Heiligen Familie (Sonntag der Weihnachtsoktav) zu verlegen. Der Familiensonntag wird seitdem in ein Jahresthema, das familienpastorale Jahresmotto, eingebettet. In 2023/2024 lautet dieses Motto „Mit Kindern beten”.

Am eigentlichen Familiensonntag (Fest der Heiligen Familie), Sonntag, den 31. Dezember 2023, lautet das Motto „Mit Kindern an der Krippe beten”.

Diözesen, Gemeinde, Verbände und kirchliche Einrichtungen werden eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen und Initiativen zum Jahresthema einzubringen und das Jahresmotto ggf. an einem anderen Sonntag im Kirchenjahr aufzugreifen. Anregungen dazu finden Sie auf dieser Website.

Erzbischof Dr. Heiner Koch

Familienpastorales Jahresmotto 2023

Mit Kindern beten

Der Familiensonntag bietet eine Möglichkeit, durch das Aufgreifen des familienpastoralen Jahresmottos an einem Tag des Jahres an das Miteinander in der Familie zu erinnern. Er ermutigt dazu, in ein Gespräch darüber zu kommen, welche Bedeutung Ehe und Familie im Leben der Menschen haben, welche Bedürfnisse und Nöte sich mit dem Leben in Ehe und Familie verbinden und wo die Seelsorge der Kirche Raum und Unterstützung für dieses Gelingen bieten kann.

Das familienpastorale Jahresmotto variiert das durchgängige Leitmotiv der Familiensonntage „Ehe und Familie – Liebe miteinander leben“ und möchte in dem jeweils aktuellen Zeitraum einen Aspekt besonders betonen.

Im Gebet tritt der Mensch in eine lebendige Beziehung zu Gott. In dieser Zwiesprache mit Gott findet der menschliche Glaube einen Ausdruck. Dies trifft auch auf das Gebet von Kindern zu. Auch Kinder können in einen lebendigen Austausch mit Gott treten, der alle ihre Lebensbereiche umfasst. Allerdings muss dies in kindgerechter Weise erfolgen.

In diesem Jahr will der Familiensonntag auf diese Chance einer Glaubensweitergabe in der Familie hinweisen. Mit Kindern zu beten gelingt am ehesten, wenn das Gebet in den Familienalltag eingebunden wird, sei es zu bestimmten Zeiten im Tagesablauf, wie zum Mittagessen, dem Schlafengehen oder auch in besonderen Situationen wie zum Ferienstart, zu einer bevorstehenden Klassenarbeit oder wenn das Kind krank ist.

Auch besondere Tage im Leben eines Kindes, der Namenstag, Geburtstag oder die Festtage im Kirchenjahr sind Anlässe für ein gemeinsames Gebet, das dann zu einem Ritual werden kann.

Segens-Miniflyer

Die Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung e. V. (AKF) hat Segens-Miniflyer erarbeitet, die den Sinn des Segens und des Gebetes mit Kindern in unterschiedlichen Situationen des Alltages erläutern oder besondere Anlässe kindgerecht aufgreifen. Die Flyer können in größeren Einheiten (je 100 Exemplare) im Shop der AKF bestellt werden. Für einzelne Exemplare wenden Sie sich bitte an Frau Karin Lowack (k.lowack@dbk.de).

Der Segen Gottes sei mit dir

Zeichen und Gesten in der Familie

Das Faltblatt ermutigt Eltern, ihre Kinder zu segnen, und beschreibt dazu Anlässe, Möglichkeiten und Segenssprüche.



Gute Nacht, schlaf’ schön

Abendrituale in der Familie

Das Faltblatt regt an, den Übergang vom oft turbulenten Alltagsgeschehen zur ruhigen Nacht so zu gestalten, dass deutlich werden kann: So wie das Kind sich bei Mutter oder Vater geborgen weiß, so sind wir alle in Gott geborgen.

Guten Appetit!

Tischgebete in der Familie

Das Faltblatt ruft Gott als den Spender alles Guten in Erinnerung und regt an, den Dank hierfür im Tischgebet auszusprechen.



Wie Edelsteine

Gesegnete Momente im Familienalltag.

Das Faltblatt regt Mütter und Väter an, den Alltag immer mal wieder ganz bewusst zu unterbrechen, um sich und dem Kind "gesegnete Momente" zu schenken.

Du bist mein geliebtes Kind

Erinnerung an die Taufe feiern.

Das Faltblatt lädt ein, sich die Zuwendung Gottes zu uns Menschen für das eigene Leben bewusst und lebendig zu halten. Die Erinnerung an die Taufe kann dabei helfen.

Ich habe dich bei deinem Namen gerufen

Den Namenstag feiern.

Das Faltblatt erinnert, dass wir in eine große Gemeinschaft eingebunden sind, und regt an, dies am Namenstag zu feiern.

Motto des Familiensonntages am 31. Dezember 2023

Mit Kindern an der Krippe beten

Gerade die Weihnachtszeit bietet eine schöne Gelegenheit, mit Kindern die Krippe in der Kirche zu besuchen. Sind mehrere Krippen zu erreichen, bietet sich auch ein Krippenweg an.

Krippenweg

Material des Erzbistums Köln

Mit dem Krippenweg-Material unterstützt die Familienpastoral im Erzbistum Köln bei der Gestaltung einer stimmungsvollen Krippen­feier für Kinder und ihre Angehörigen. Das Material zum Krippenweg steht zum kostenlosen Download zur Verfügung!



Krippenwege

Wikipedia

Die verschiedenen in Kirchen, auf Plätzen oder auch in Fenstern von Privatwohnungen aufgestellten Krippen können auf einem auf Faltblättern aufgezeichneten Weg nacheinander besucht werden, so dass eine Fülle verschiedener Möglichkeiten des Krippenbaus und der Figurenanordnung bestaunt werden können.


Advent und Weihnachten

Sonderheft der AKF – Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung

Advent und Weihnachten scheinen zwei Gesichter zu haben. In kaum einer anderen Zeit klafft die Sehnsucht nach Harmonie, gelingenden Beziehungen und Kinderaugen voller Glanz im Kerzenschein mit der erlebten Realität so stark auseinander wie im Advent und an Weihnachten.

Medienempfehlungen

GEBETE FÜR KINDER

Abeln, Reinhard
Lieber Gott, behüte uns
Das große Buch der Kindergebete

Über 450 Kindergebete hat der Autor zusammengetragen. Sie richten sich an Kinder verschiedener Altersstufen und sind sowohl eine Fundgrube für das Beten in der Familie wie auch eine Gebetsschule …

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Käßmann, Margot
Du gibst immer auf mich acht
Mit Kindern beten

Margot Käßmann und ihre erwachsene Tochter Lea sind davon überzeugt, dass Beten Menschen und Beziehungen verändert: „Wer miteinander betet, erlebt Nähe und Geborgenheit. Wer füreinander betet, ist miteinander verbunden“ …

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Langenbacher, Andrea
Die ganze Welt und noch viel mehr
Kindergebete, die mitwachsen

Ein besonderes Kindergebetbuch, das mit dem Untertitel „Kindergebete, die mitwachsen“ gut beschrieben ist. Es finden sich Gebete für die „ganz Kleinen“, die „Kleineren“ und die „Größeren“ ohne einschränkende Altersangaben …

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Oberthür, Rainer
Du umgibst mich von allen Seiten
Psalmen für Kinder

Psalmen sind zeitlose Gebete und Lieder aus der Bibel, die vor mehr als 2300 Jahren entstanden sind. In ihnen wird über menschliche Erfahrungen geklagt, gelobt, getrauert, gedankt …

weiterlesen

Puybaret, Éric
Gebete

Am Morgen gut den Tag beginnen, ein kurzes Innehalten im Alltag und abends dankbar für das Erlebte zu Bett gehen – all dies kann begleitet werden mit einem Gebet …

weiterlesen

Vonderau, Judith
Die allerschönsten Gebete für Kinder
Mit Liedern von Gott und Geschichten aus der Bibel

Ein Stammbaum am Beginn des Buches lädt Kinder ein, sich selbst, ihre Eltern und ihre Großeltern einzutragen. Vor diesem Hintergrund, dass da Menschen als Vorfahren präsent sind, beginnt eine Reise für ein Kind und die begleitenden Erwachsenen …

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Wexberg, Kathrin
Immer mal wieder zum Himmel schauen
Gebete für Kinder

Das Buch versammelt Gebete für jüngere und ältere Kinder für den Tagesablauf und den Jahreskreis. Dazu kommen Gebete für entscheidende Momente im Leben sowie für ganz Alltägliches …

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PRAXISWISSEN FÜR ELTERN

Helmchen-Menke, Heike
Ins Leben begleiten
Religionssensibel durch den Familienalltag

Die Familie ist der Ort, an dem Kinder ihre ersten religiösen Erfahrungen machen. Ein Tischgebet, ein Segen zum Einschlafen, ein Kreuz an der Wand, vielleicht auch durch den mehr oder weniger regelmäßigen Gottesdienstbesuch …

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Langenbacher, Andrea
Das Große im Kleinen
Beten mit Kindern

Für Eltern, die mit ihren Kindern beten möchten, aber nicht genau wissen, wie das geht, hat Andrea Langenbacher dieses Buch geschrieben. Sie regt ihre Leser:innen an, über ihre eigenen Gebetserfahrungen nachzudenken …

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WEIHNACHTSGESCHICHTEN

Brouwer, Willeke
Vom Engel und dem heiligen Kind
Maria erzählt die Weihnachtsgeschichte

Wir alle kennen die Geschichte, mit der Jahr für Jahr das Weihnachtsfest gefeiert wird: Jesu Geburt in Betlehem. Wie aber war das alles für Maria? …

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Weerd, Willemijn
Wie es Weihnachten wurde

In einfachen kurzen Sätzen entsprechend der Zielgruppe (Kinder ab 2 Jahren) erzählt der Autor die biblische Weihnachtsgeschichte …

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Aktuelle Meldungen

Märtyrerfamilie Ulma

Seligsprechung der Familie

Am 10. September 2023 hat die Katholische Kirche in unserem Nachbarland Polen die Seligsprechung einer ganz besonderen Familie gefeiert. Eine gesamte Familie – darunter ein noch ungeborenes Kind – wurde seliggesprochen. Kardinal Marcello Semeraro, der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, hat der Seligsprechungszeremonie in Markowa im Südosten Polens und unweit der Grenze zur Ukraine vorge­standen. Papst Franziskus hatte im Dezember 2022 den Märtyrertod des Ehepaares Ulma und ihrer sieben Kinder anerkannt. Dadurch hatte der Seligsprechung nichts mehr im Weg gestanden.

Der Landwirt Józef Ulma, seine im siebten Monat schwangere Frau Wiktoria sowie die sechs Kinder im Alter von eineinhalb bis acht Jahren hatten auf ihrem Bauernhof unter Lebensgefahr eineinhalb Jahre lang acht Jüdinnen und Juden vor den deutschen Besatzern versteckt, um sie vor der Deportation in ein nationalsozialistisches Vernichtungslager zu bewahren.

Die Familie Ulma gilt in Polen als Symbol für die Hilfe für Juden und für den Widerstand gegen das Nazi-Regime im Zweiten Weltkrieg. Alle Familienmitglieder waren deswegen von den deutschen Besatzern erschossen worden.

Papst Franziskus hat die polnische Märtyrerfamilie bei dem Mittagsgebet am 10. September 2023 auf dem Petersplatz als vorbildlich bezeichnet und mit den Worten gewürdigt: „Eine ganze Familie wurde von den Nazis ausgelöscht, weil sie verfolgten Juden Unterschlupf gewährten. Sie setzten dem Hass und der Gewalt jener Zeit die Liebe des Evangeliums entgegen. Diese polnische Familie war ein helles Licht in der Dunkelheit des Zweiten Weltkriegs. Mögen sie für uns alle ein Vorbild sein, das wir nachahmen wollen.“

Weitere Informationen

Vatican News
Polen: Erste Seligsprechung einer kompletten Familie

Domradio
Papst würdigt seliggesprochene polnische Familie Ulma – „Helles Licht in der Dunkelheit“

Katholische Sonntagszeitung
Seligsprechung im September – Polnische Familie versteckte Juden

Jüdische Allgemeine
Erinnerung – Sie waren Helden!

Wikipedia
Józef und Wiktoria Ulma

Fotoausstellung „Die Samariter aus Markowa”
Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie (XI) der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), hat sich die Fotoausstellung „Die Samariter aus Markowa”, die anlässlich der Selig­sprechung der Familie Ulma konzipiert wurde, in der Katholischen Kirchengemeinde „Heilig Kreuz“ in Frankfurt (Oder) angesehen.